OK Planet – wir brauchen Klima-Budgets
Ein Aufruf in Liebe zu kommenden Generationen
Zehn Jahre nach der Unterzeichnung des Übereinkommens von Paris zur Eindämmung des Klimawandels am 12. Dezember 2015 müssen wir heute der Wahrheit ins Auge blicken: Nur noch gesetzliche Beschränkungen klimaschädlicher Verhaltensmuster bieten eine Chance, den Fortgang des Klimawandels auf ein überlebbares Maß einzudämmen. Dies betrifft in erster Linie die Lebensweise eines kleinen Teils der Weltbevölkerung, der in den wohlhabenden Regionen der Erde lebt. Deutschland, Frankreich und große Teile der Europäischen Union gehören dazu. Wir fordern daher hiermit unsere Regierungen auf, solche gesetzlichen Begrenzungen in Angriff zu nehmen. (weiter)

Initiatoren:
Miltiadis Oulios
Journalist, Speaker & Autor, Düsseldorf
Armel Prieur
Präsident von d’Escape-jobs.fr, Vereinigung zur Beschäftigungssicherung in einer Post-CO2-Ökonomie, Paris
Kurt Weidt
Klimacoach, Lehrbeauftragter für Nachhaltigkeit, Hildesheim
Erst-Unterzeichner:innen:
Tanja Abou, Klassismusforscherin, Universität Hildesheim
Andrea Bandelow, Nachhaltigkeits- & Demokratiebildnerin, Hamburg
Alexander Behr, Politikwissenschaftler, Universität Wien
Ulrich Brand, Professor für Internationale Politik, Universität Wien
Pierre Calame, Ehrenpräsident der Stiftung Charles Léopold Mayer pour le Progrès Humain, Paris
Peter Emorinken-Donatus, Journalist, Bildungsreferent, Bündnis „Ökozidgesetz“, Aufsichtsratsmitglied Greenpeace Deutschland
Jan Frehse, Psychotherapeut, Psychologists for Future, Bergedorf
Yasmin Goudarzi, Erziehungswissenschaftlerin, Universität Bielefeld
Angela & Jens Hanson, SaveClimate.Earth, Organisation für nachhaltige Ökonomie, Emissionsmanagementsystem auf Bürgerebene „Cap, Personalize and Trade“
Jean Jouzel, Emeritus Forschungsdirektor im Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA), Paris
Niko Paech, außerplanmäßiger Professor für Plurale Ökonomik, Universität Siegen
Serge Palasie, Fachpromotor Eine-Welt-Netz NRW
Michael Reckordt, Geograph, Experte für Rohstoffpolitik, Berlin
Nathanaël Wallenhorst, Professor und Dekan der Fakultät für Erziehungswissenschaften an der Université catholique de l’Ouest
Britt Weyde, Informationsstelle Lateinamerika: ila, Bonn
Markus Wissen, Professor für Sozialwissenschaft an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin
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Bassam Ghazi, Regisseur, Köln
Stefanie Bremer, Aktivistin für Vermögens- und Steuergerechtigkeit bei „taxmenow – Initiative für Steuergerechtigkeit e.V.“
Johannes Höflich, Journalist & Filmemacher, Köln
Kalliopi Gialama, Heilpädagogin, Düsseldorf
Johannes Wagner, Arzt, Grevenbroich
Bjarne Rombach, Physikalisch Technischer Assistent, Industriemechaniker und Student, Kiel
Rebecca Schäfer, Künstlerin, Düsseldorf
Melanie Bardowa, Viersen
Christina Nezold, Schwerin
Melf Dominik Reinfelder, Zimmerer, Schönberg
Antonia Breier, Studentin, Leipzig
Dominique Göhlich de Funes, Speyer
Anke Konietzny, Programmiererin, Düsseldorf
Zsuzsanna Bona, Rentnerin, Köln
Jess Rehr, Naturpädagoge
Winfried Bernhard, Kaufmann im Bereich Recycling, Neuss
Klaus Bremen, Buchautor und Publizist
Beate Blaschek, Pensionistin, Wien
Yuri Kazepov, Professor für Stadtsoziologie, Universität Wien
Wolfgang Marbach, Energie Effizienz Experte
Guy Oberlin, Lyon
Michel Boulenger, Retraité, Antony
Roman Bisko, Wien
Christian Schneider, Autor, Berater Erneuerbare Energien, Negenharrie
Michaela Konrad, freischaffende Künstlerin, Wien
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Für den Klimaschutz wird viel zu wenig getan. Jeder der Kinder hat und jeder der verantwortungsvoll denkt, sieht das bestimmt ähnlich. Weg mit den fossilen Klimakillern wie Heizöl und Gas. Weg mit den die Umwelt zerstörenden Plastikverpackungen. Her mit einem Umfassenden Recycling-System und her mit innovativen Ideen für mehr Nachhaltigkeit.
Ich will leben.
Also lehne ich alles Lebenvernichtendes ab.
Zehn Jahre nach Paris ist klar: Freiwilliger Klimaschutz reicht nicht. Ohne verbindliche Grenzen sinken die Emissionen nicht schnell genug. Klima-Budgets begrenzen CO₂ wirksam und gerecht. Gleiche Budgets für alle stoppen klimaschädlichen Überkonsum und schützen soziale Gerechtigkeit. Wer Klimaschutz ernst meint, muss jetzt handeln. Klima-Budgets sind überfällig.
Diese Vorschläge sind vorerst gut, reichen aber bei weitem nicht aus. Für einen Einstieg um mit der nach wie vor auf Wachstum basierenden, kapitalistisch orientierten z. B. Flug-Industrie und deren Nutzern in die Debatte zu kommen, ist es eine Möglichkeit. Parallel muss sich diese aber noch klarer an den Fakten des Klimawandels, der inzwischen zur Klimakatastrophe geworden ist, orientieren. Aus einem Erkennen und Benennen muss ein Handeln werden. Dieses kann und darf nicht mehr weiter den Focus auf dieses lebenszerstörende Wirtschafts- u. Finanzsystem setzen. Von daher ist ein schneller Übergang zur Postwachstumsökonomie unumgänglich. Hierzu ist es erforderlich das Weltfinanz- und Wirtschaftssystem in Teilen zu verlassen u. paralel einen z. B. europaweiten, wissenschafts- ethisch- und klima-basierten Wandel zu starten. Heute für Morgen sorgen.
Seit über Klimapolitik geredet wird, ist die Fiktion des grünen Wachstums – also die Entkoppelung des Wirtschaftswachstums von den Emissionen – die einzige Antwort auf die drohende Katastrophe. Alle Klimaschutzabkommen halten dieses Narrativ aufrecht. Es verspricht, dass in den Ländern des globalen Nordens alles so bleiben kann, wie es ist – der (Über)Konsum, die Produktion, der Verkehr, der Transport, eine unregulierte Digitalisierung, die Finanzmärkte mit ihren Renditen und das obligatorische Wirtschaftswachstum.
Ein objektiver Blick auf Zahlen, Fakten, Tabellen und Klimamodelle macht deutlich, dass Anstrengungen einer ganz anderen Größenordnung notwendig sind, als die Fiktion des grünen Wachstums impliziert. Seit Beginn der Industrialisierung sind die Emissionen nur in Krisenzeiten gesunken, in denen Konsum, Produktion und Transport massiv abnahmen. Im Jahr 2020 sanken die globalen Emissionen aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie um 7 Prozent. Wir müssen die weltweiten Emissionen aber jedes Jahr in diesem Ausmaß reduzieren. Uns noch einmal vor Augen zu führen, was das Pandemie-Jahr alles mit sich brachte, kann uns ein Gefühl für die Dimension der Aufgaben vermitteln, vor denen wir stehen.